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Ein Krankenwagen für Wölfe

In der Region Hannover gibt es einen Krankenwagen für Wölfe, jedoch keine Patienten

Was ist passiert

Ein Krankenwagen für Wölfe

Hannover. Der Wolf ist zurück in Teilen Niedersachsens. Schon im Juli 2015 nahm daher offiziell das Wolfsbüro seinen Dienst beim Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) auf. Landesweit dienen seitdem eigens berufene Wolfsberater als ehrenamtliche Ansprechpartner für Tierhalter, Jäger sowie interessierte Bürger. Sie erfassen zudem die örtlichen Wolfssichtungen, um die Ausbreitung der Tiere genau im Blick zu haben. Dazu gehört auch die Aufnahme von Verkehrsunfällen, bei denen eines der unter Naturschutz stehenden Tiere zu Schaden gekommen ist.

Um die Arbeit der Wolfsberater noch weitreichender zu unterstützen, nahm die Region Hannover im Januar 2017 einen bundesweit bis heute einmaligen Spezialanhänger in Betrieb, mit dem die bei einem Unfall verletzten Wölfe zur weiteren Versorgung abtransportiert werden können.

Um dabei Mensch und Tier zu schützen, wurde das auf einem Hundeanhänger basierende Fahrzeug speziell an seine Aufgabe angepasst. Der Anhänger verfügt über wildtiersichere Innenwände, ein Transportbrett mit Fixiergurten, Stabschlingen und Netze zum Einfangen der Tiere, Bissschutzhandschuhe, einen Maulkorb und sogar eine Heizdecke für die verletzten Tiere. Um die Verkehrssicherheit an der Unfallstelle zu gewährleisten, ist der Anhänger zudem mit verschiedenen Beleuchtungseinrichtungen versehen. Diese Spezialanfertigung hat seinen Preis: Fast 11.000  Euro hat die Region Hannover für den Anhänger ausgegeben. Sie wollte ihn bei Bedarf auch den Nachbarlandkreisen Celle, Nienburg und Heidekreis zur Verfügung stellen.

Genutzt wurde der Anhänger seit seiner Anschaffung allerdings kein einziges Mal, da es keine Einsatzmöglichkeiten gibt. So kam es in der Region seit Inbetriebnahme lediglich zu zwei Unfällen. In beiden Fällen kam der Wolf bei dem Unfall zu Tode. Auch in den Nachbarlandkreisen gab es kein Ereignis, bei dem der Anhänger von Nutzen gewesen wäre.

Der fehlende Bedarf hat sich dabei schon vor der Anschaffung abgezeichnet. In den zwei Jahren vor der Anschaffung dokumentiert der NLWKN lediglich einen einzigen tödlich verunglückten Wolf in der Region Hannover. Über die geringe Anzahl von Unfällen darf sich der Wolfsfreund durchaus freuen, ärgern kann sich hingegen der Steuerzahler. Er hat 11.000  Euro für die Anschaffung eines Spezialanhängers bezahlt, von dem bereits im Vorhinein klar war, dass er kaum zum Einsatz kommen würde.

Foto: Marcus Prell

Der Bund der Steuerzahler meint

Es gibt Gegenden, in denen der Wolf deutlich häufiger anzutreffen ist. Völlig schleierhaft, warum sich also ausgerechnet die Region Hannover zur Umsetzung dieses 11.000  Euro teuren Experiments berufen sah.

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Autor des Artikels

Jan Vermöhlen

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Kommentare (9)

  • Werner Freund
    Werner Freund
    am 06.11.2018
    Sehr geehrte Damen und Herren,
    ich sehe die Situation anders als sie. Hier wurde eine spezielle Sicherheitsvorkehrung getroffen und so etwas kostet nun mal Geld. In der Region Hannover gab es schon diverse Wolfssichtigungen und -Begegnungen. Wenn ein solches Tier nun verletzt oder krank irgend wo rumliegt, muss es ja wohl aus dem öffentlichen Bereich entfernt werden. Erst dann ein entsprechendes Fahrzeug und entsprechende Vorkehrungen besorgen, würde wohl auch etwas zu spät sein. Ein (etwas unpassender) Vergleich, wie viel Geld wurde in den letzten Jahren in Katastrophenschutz investiert und wie viele Kernkraftwerke in Deutschland sind in den letzten Jahren in die Luft geflogen ?? (Selbstverständlich hoffe ich, dass auch nie zu einem Supergau kommt.
    • Jan
      Jan
      am 07.11.2018
      Sehr geehrter Herr Freund, vielen Dank für Ihren Beitrag!
      Allerdings können wir diese Sichtweise nicht teilen. Es spricht für sich, dass das Vorgehen der Region Hannover bundesweit keine Nachahmer gefunden hat. Auch nicht in Gegenden, in denen schon seit Längerem deutlich mehr Wölfe ansässig sind und in denen es schon heute wesentlich häufiger zu Verkehrsunfällen mit Wölfen kommt als in der Region Hannover. Sollte es den Bedarf für eine solche Sicherheitsvorkehrung tatsächlich geben, so wäre doch in diesen Gegenden bereits mit entsprechender Nachfrage zu rechnen.
  • Peter
    Peter
    am 06.11.2018
    Könnte man den Anhänger für verunglückte Hunde oder ähnliche Tiere nutzen?
    • Jan
      Jan
      am 07.11.2018
      Hallo Peter,
      wir können uns gut vorstellen, dass der Anhänger auch für andere Tiere genutzt wird. Die Idee ist auch der Region Hannover nicht fremd. Sie sprach uns gegenüber bereits davon, den Anhänger auch für verletzte und ebenfalls besonders geschützte Luchse einzusetzen. Auf die Frage, wie oft der Anhänger denn für diesen Zweck bereits eingesetzt wurde, erhielten wir jedoch keine Antwort.
  • Gamekeeper
    Gamekeeper
    am 07.11.2018
    Sehr geehrte Damen und Herren,
    etwas raus zu blasen, ohne eine sachorientierte Recherche zu halten ist ein Haufen schlechte Luft. Nun gibt es natürlich genug Wolfsgegner, die hier sofort wieder auf den fahrenden Zug der Polemik aufspringen. Es geht auch gar nicht um Wolfsgegner und Wolfsbefürworter, sondern um recht einfache Fakten. Wenn ein verletztes Großraubtier (Wolf/Luchs) im Straßenverkehr verunfallt, und nicht sofort tot ist, sondern schwer verletzt ist und keine mittelbare Gefahr darstellt, darf von keinem Polizisten oder gar Jäger getötet werden. Normales Fallwild(verfalltes Wildtier im Straßenverkehr), das dem Jagdrecht unterliegt, kann der Jäger von seinen Leiden erlösen. Selbst wenn der Wolf, dem Deutschen Jagdrecht unterliegen würde, würde der hohe Schutzstatus des Tieres das Töten, und damit das erlösen von seinen Leiden durch Polizei und Jäger nicht gestatten. Ein Amtsveterinär muss an der Unfallstelle das Tier begutachten, dann über seine weiteres Schicksal entscheiden. Also Verbringung zur Pflege der Wunden und späterer Auswilderung in eine Wildtierauffangstation. Oder seinen Abtransport vom Unfallort nach Sedierung Betäuben) und Euthanasierung (Töten) und weitere Verbringung zu Forschungszwecken. Dieser Transportanhänger für Großraubwild dient mit seiner Ausrüstung den Einsatzkräften an der Unfallstelle zum sicheren Umgang mit dem verunfallten Tier, und zur Absicherung an der Unfallstelle durch seine Beschaffenheit.
    Woher die Behauptung stammt, das in der Region Hannover keine Wölfe resident sind, geschweige denn an mehreren Verkehrsunfällen beteiligt waren, das kann nur der Autor belegen.
    Dieser Transportanhänger ist vielfältig einsetzbar. Im Wolfs und Luchsmonitoring, in der Besenderung und möglichen Entnahme von verhaltensauffälligen Wölfen und im täglichen Alltag bei Wildtierrettungen. Nur das macht ja keine Polemik und keine Schlagzeilen. Und der Name "Wolfskrankenwagen" ist ja auch medialer für die uninformierte Masse als Großwildtransportanhänger :-).
    Aus meiner Sicht, Thema verfehlt - setzen 6 - meinen Damen und Herren vom BdSt.
    • Jan
      Jan
      am 08.11.2018
      Hallo Gamekeeper,
      zur Häufigkeit der Unfälle möchte ich auch Ihre Aufmerksamkeit möchte ich gerne auf die u.g. Statistik des NLWKN richten.
      Ferner möchte ich Sie dazu ermutigen, die Ideen zur den von Ihnen genannten vielfältigen Einsatzmöglichkeit des Anhängers direkt an die Region Hannover zu richten. Unserem Anliegen wäre schließlich auch gedient, wenn der Anhänger endlich einer Verwendung zugeführt werden würde.
    • Gamekeeper
      Gamekeeper
      am 09.11.2018
      Hallo Herr Vermöhlen,

      ich möchte Sie mal auf ein Beispiel bringen. Der ABC Abwehrzug einer Berufsfeuerwehr beinhaltet Gerätschaften, die bis heute in vielen Städten glücklicherweise niemals zum Einsatz gekommen sind. Sind das verschwendete Steuergelder oder ist das eine Vorsorge, die gesetzlichen Bestimmungen entspricht und der Sache dient.
      Alleine das sie die Wortwahl "Wolfskrankenwagen" aufgreifen und benutzen, zeugt von dem Willen Stimmung zu machen und wiederum die wahren Hintergründe der Beschaffung zu verschleiern. Was hätten Sie denn gemacht, wenn dieser Transportanhänger geheim geblieben währe? Was wenn das Gefährt bei einem Verkehrsunfall mit einem Wolf aufgetaucht währe und die Einsatzkräfte Gesetzestreu und nach allen vorherrschenden Regeln im Umgang mit den Wolf ihre Arbeit geleistet hätten zum Wohle des Tieres? Die Medien hätten den Tierschutz gefeiert, die vorausschauende Beschaffung und der NABU hätte aus den Spendenerlösen seiner Profitorientierten "Wolfspatenschaften" noch eine Feier finanziert für das Rettungsteam. Warum hat der NABU denn nicht diesen Anhänger ins Leben gerufen, oder lässt sich nur mit lebenden Wölfen Geld verdienen?
      Bleiben Sie doch bitte so fair, wenn das bei ihrer fehlerhaften Berichterstattung möglich ist, und benennen Sie den Transportanhänger für Großraubwild der Region Hannover auch nach seinem ursprünglichen Namen.
      Krankenwagen gibt es für Menschen und Transportanhänger für Tiere. Beide kommen dem Wohl der Zielgruppe ihrer Beschaffung entgegen.
      Wenn am Unfallort eines verletzten und noch lebende Wolfes nicht nach allen jetzt aktuell bestehenden Gesetzen und Verfahrensabläufen gehandelt wird, dann wissen Sie was für Konsequenten auf die Beteiligten zukommen. Jeder Wolfsbefürworter und Pseudonaturschützer fällt dann über die Beteiligen her. Was radikaler Tierschutz für Auswüchse hat, dürfte allen hinlänglich bekannt sein.
      Oder die Gesetze werden geändert und Polizei und Jäger bekommen wir bei anderen Wildtieren das Recht übertragen, diese bei Verkehrsunfällen nach Sachlage von ihren Leiden zu erlösen.
      Solange das nicht gesetzliche Norm ist, müssen wir andere Wege gehen, um dem Tierschutz unter den bestehenden Gesetzen und Verordnung gerade beim Thema Wolf Rechnung zu tragen.
      Einfach zu sagen Steuern werden verschwendet, ohne wirkliche Recherche zu betreiben und zu verstehen ist für mich weiterhin in diesem Einzelfall eine Werbeveranstaltung für den Verkauf ihres Schwarzbuches.
  • Lukas Kurz
    Lukas Kurz
    am 07.11.2018
    Sehr geehrter Herr Vermöhlen,

    solche Investitionen sind meiner Auffassung nach auch in die Zukunft gerichtet. Wenn die Region Hannover oder das Land Niedersachsen eine solche Investition tätigt, dann geht sie davon aus, dass die Zahl der Wölfe und auch der Wildunfälle in Zukunft steigen wird. Sie selbst haben ja geschrieben, dass es eine Zunahme der Unfälle gibt - leider waren beide Wölfe bereits tot, als der Wagen ankam. Es ist aber durchaus möglich, dass mehr Wölfe in die Region kommen und auch andere Tiere (die Zahl der Wildtiere in den Großstädten nimmt ja ebenfalls zu) die Hilfe benötigen. Alleine davon auszugehen, dass dieser Wagen nicht nögig ist, nur weil es zu Anfang kaum Einsätze gab ist etwas zu kurz gedacht. Sollten die Unfälle in Zukunft zunehmen und der Wagen dann gebraucht werden, dürfte sich die Sicht auf diesen Wagen hoffentlich ändern.
    • Jan
      Jan
      am 08.11.2018
      Sehr geehrter Herr Kurz,
      gerne möchte ich Ihre Aufmerksamkeit auf die Landesweite Statistik des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) richten, welche die landesweit getöteten Wölfe seit 2000 detailliert erfasst.
      Seit 2000 wurden in ganz Niedersachsen 49 getötete Wölfe dokumentiert (Stand 8.11.2018). Davon 37 im Straßenverkehr. Von diesen 37 waren 36 sofort tot. Ein Wolf musste aufgrund seiner Verletzungen an der Unfallstelle bei Grabau im LK Uelzen eingeschläfert werden.

      Link: https://www.nlwkn.niedersachsen.de/naturschutz/wolfsbuero/totfunde/tote-woelfe-in-niedersachsen-142406.html

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