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100.000 Euro für Steuer-Spiele-App der EU

EU gibt 100.000 Euro für Steuer-Spiele-App aus und scheitert mit Bildungsauftrag

Was ist passiert

100.000 Euro für Steuer-Spiele-App der EU

EU. Die EU hat ein Spiel finanziert, mit dem künftige Steuerzahler lernen sollen, wie toll es ist, Steuern zu zahlen. Der Spieler taucht über sein Smartphone, Tablet oder den Browser in die fiktive Welt eines Staates namens „Taxlandia“ ein. Das „Taxlan­dia“-Wortspiel (tax, englisch für Steuern) macht klar, wo sich der Spieler befindet: in einem Steuer-Land. Dieses Land ist laut Spielbeschreibung heruntergekommen – nicht zuletzt wegen eines niedrigen Steuersatzes, den die Vorgängerregierung festgelegt hat. Die Infrastruktur ist in einem desolaten Zustand, die Bevölkerung ist unzufrieden.

Aufgabe des Spielers ist es nun, das Land als Ministerpräsident wieder auf Vordermann zu bringen. Im Spiel ist dies ganz einfach: Steuern rauf, kräftig investieren – und schon steigt die Zufriedenheit. Es dauert nur wenige Spielzüge und das Spiel lobt: „Glückwunsch! Du hast alle Aufgaben erledigt! Du gehörst zu den wenigen Menschen, die es geschafft haben, diesem Land wieder zum Aufschwung zu verhelfen! Du wirst direkt in die Geschichtsbücher eingehen!“. Die Botschaft mit den vielen Ausrufezeichen ist klar: Höhere Steuern und Staatsausgaben steigern die allgemeine Zufriedenheit!

Überraschend ist diese Botschaft nicht, wurde das Spiel doch von Organisationen ins Leben gerufen, die auf das Geld der Steuerzahler angewiesen sind: das Europäische Parlament und die Europäische Kommission. Großes Interesse sollen – laut Angaben der EU – auch die nationalen Steuerbehörden haben. Rund 100.000  Euro werden für das Spiel aus dem EU-Budget ausgegeben.

Dabei ist es nur Teil eines größer angelegten EU-Projekts zur Steuernachhilfe der künftigen Steuerzahler. So soll das Internetportal „TAXEDU“ (engl. tax: Steuern; education: Bildung) einen „Beitrag zur Bildung junger europäischer Bürger im Bereich Steuern“ leisten, so die EU.

Die Bildung ist jedoch einseitig: Es geht nach Angaben der EU darum, „Steuerhinterziehung und Steuerbetrug in ganz Europa mithilfe besserer Informationen und Bildung einzudämmen“ sowie darum, „europäischen Bürgern Informationen über die Dienste und Einrichtungen anzubieten, die mithilfe von Steuern ermöglicht werden“. Der Zielgruppe der 9- bis 25-Jährigen soll vor Augen geführt werden, welche Vorteile es hat, Steuern zu zahlen.

Durch „Taxlandia“ sollen diese Vorteile anschaulich gemacht werden: Im Spiel macht es die Menschen einfach glücklich, wenn der Staat Feuerwehren, Polizei- oder Verwaltungsgebäude saniert. Das Glück vergrößert sich sogar, wenn der Staat unternehmerisch tätig wird und das Geld der Steuerzahler für Villen und Fabriken ausgibt. In den Träumen der EU-Beamten sind die Bürger sogar bei einer Steuerquote von 80  Prozent zu mehr als 90  Prozent zufrieden. Ebenso erstaunlich ist: Flughäfen, Theater und Bahnhöfe sind im Handumdrehen fertiggestellt, Bauverzögerungen und Kostensteigerungen unbekannt. Steuergeldverschwendung: kein Thema.

Foto: Philipp Behm

Der Bund der Steuerzahler meint

Eine gute Bildung zu fiskalischen Zusammenhängen ist wichtig. Diesen Bildungsauftrag verfehlt die EU jedoch krachend – wegen Realitätsferne. Stattdessen gaukelt sie eine heile Welt der Staatswirtschaft vor, in der hohe Steuern glücklich machen.

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Philipp Behm

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