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Teurer Tapetenwechsel für Kassel

Ein neues Tapetenmuseum mit zweifelhaftem Nutzen und erheblicher Kostensteigerung

Was ist passiert

Teurer Tapetenwechsel für Kassel

Hessen. Im Jahr 1923 wurde das „Deutsche Tapetenmuseum“ gegründet, seitdem befindet sich die umfangreiche Sammlung von historischen und neuzeitlichen Wanddekorationen ununterbrochen in Kassel. 70  Jahre später hatte sich die finanzielle Situation des Trägervereins derart verschlechtert, dass er einen Übernahmevertrag mit dem Land Hessen schloss. Die Sammlung wurde dem Land als Dauerleihgabe mit der Auflage überlassen, dass sie der Öffentlichkeit stets in einem angemessenen Umfang zugänglich gemacht werden soll. Bis 2008 war das Tapetenmuseum als Interimslösung im Hessischen Landesmuseum in Kassel untergebracht, doch seitdem lagern die Exponate im Depot.

2010 wollte die damalige Hessische Ministerin für Wissenschaft und Kunst dies ändern und stellte Pläne für das Deutsche Tapetenmuseum vor. Demnach sollte ein Neubau mit 2.500  qm Nutzfläche für 11,5  Mio. Euro entstehen. Doch die Pläne zerschlugen sich. Im Herbst 2012 hieß es, dass das Tapetenmuseum stattdessen auf dem Areal des Verwaltungsgerichtshofs am Brüder-Grimm-Platz untergebracht werden solle.

Im November 2017 schließlich unterzeichnete der neue Staatsminister den endgültigen Übergang der Sammlung ins Eigentum des Landes und präsentierte den Siegerentwurf eines Architektenwettbewerbs für den Neubau. Das Tapetenmuseum soll rund 3.000  qm Nutzfläche erhalten und im Jahr 2023 fertiggestellt werden. Allerdings: Mit nun 24,4  Mio.  Euro Gesamtkosten soll für das Vorhaben mehr als doppelt so viel ausgegeben werden als ursprünglich geplant.

Eine Nachfrage des Bundes der Steuer­zahler beim Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst ergab, dass die Kostenannahme von 2010 „auf einem noch undefinierten Neubau als Zweckbau auf einer Freifläche auf dem Weinberg“ beruht habe. Wenig überzeugend fällt auch die Antwort des Ministeriums auf die Frage nach den Ergebnissen der Kosten-Nutzen-Untersuchungen für das geplante Tapetenmuseum aus. Solche Untersuchungen seien bei Bauvorhaben des Landes Standard, hieß es. Über die Ergebnisse schwieg man sich jedoch aus. Das verwundert nicht, wenn die Frage nach den prognostizierten Besucherzahlen und Eintrittserlösen als nicht seriös zu beantworten zurückgewiesen wird. Schließlich ist äußerst fraglich, wie Kosten und Nutzen ohne solche Prognosen überhaupt abgewogen werden können.

So bleibt nur, auf die Schätzung der landeseigenen Museumslandschaft Hessen Kassel aus dem Jahr 2010 zurückzugreifen. Diese ging damals von rund 50.000  Besuchern im Jahr aus und sah eine Steigerung um 50 Prozent als möglich und wünschenswert an. Doch selbst dann wäre ein Museumsneubau für mehr als 24  Mio.  Euro sowie weitere Personal- und Betriebskosten nur schwer zu rechtfertigen.

Foto: Moritz Venner

Der Bund der Steuerzahler fordert

Vor größeren Bau- und Projektvorhaben sollte immer eine differenzierte und transparente Kosten-Nutzen-Analyse stehen. Das gilt selbstverständlich auch und gerade bei erheblichen Kostensteigerungen.

Alternative Investitionen

Für 10 Mio. Euro könnte das komplette Kulturinvestitionsprogramm zum Erhalt kultureller Schätze in Hessen finanziert werden.

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Clemens Knobloch

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