Es ist Zeit Ihren Browser upzudaten!

Ihre Browserversion ist zu alt und wird von dieser Webseite nicht unterstützt. Es kann deshalb zu fehlerhaften Darstellungen von Inhalten kommen.

Darum sollten Sie updaten:
  • Webseiten laden schneller
  • Webseiten werden korrekt und schöner angezeigt
  • Sie surfen sicherer und sind besser gegen Phishing-Angriffe geschützt
Schließen


Besuchen Sie uns

Ein Angebot vom BDST
  • Hessen
  • Teure Annehmlichkeiten

Erst bauen, dann gucken.

Ein Jahr nach Eröffnung bekommt das Frankfurter Stadthaus ein neues Nutzungskonzept.

Aktuelle Entwicklung

BdSt-Protest zeigt Wirkung

Das Schwarzbuch zeigt Wirkung! Nicht zuletzt aufgrund der Kritik des Bundes der Steuerzahler und der folgenden Medienberichterstattung zog der Frankfurter Kämmerer Ende November 2017 beim Stadthaus die Reißleine: Er stoppte den partiellen Umbau zu einem ökumenischen Kirchenmuseum, der zusätzlich zu den bisher aufgelaufenen Baukosten von 24,7 Millionen Euro noch einmal eine Millionensumme verschlungen hätte. Auch die Betriebskosten von rund 250.000 Euro pro Jahr werden so eingespart. Der Kämmerer will damit auf die angespannte Haushaltssituation der Mainmetropole reagieren und beim Sparen mit gutem Beispiel vorangehen. Der Bund der Steuerzahler findet: Besser spät als nie!

Was ist passiert

Der Umbau eines Neubaus

Das Frankfurter Stadthaus und die vielen Kapitel seiner Geschichte: Das Nutzungskonzept anno 2012 sah ein Veranstaltungshaus vor – mit geplanten Kosten von 18,4 Millionen Euro. Die tatsächlichen Herstellungskosten beliefen sich aber auf 24,7 Millionen. Doch nach der Kommunalwahl 2016 gab es ein neues Nutzungskonzept: Ein Teil des Stadthauses wird zu einem ökumenischen Kirchenmuseum umgebaut. Mehrkosten sind programmiert, weil von Beginn an Fehler gemacht wurden: Hier wurde zunächst ein Gebäude geplant, ohne seine Nutzung zu bestimmen.

Frankfurt/Main. In Frankfurt wird die im Zweiten Weltkrieg zerstörte Altstadt mit Rekonstruktionen und Neubauten teilweise wieder aufgebaut.

Ein wichtiges Element des Wiederaufbaus ist das repräsentative Stadthaus. Indem konkretisierten Nutzungskonzept von 2012 war vorgesehen, ein „dringend benötigtes städtisches Veranstaltungshaus in zentraler Lage, mit bester infrastruktureller Anbindung, moderner Veranstaltungstechnik und Alleinstellungsmerkmalen“ zu schaffen. Der vorgesehene Kostenrahmen betrug 18,4 Millionen Euro. Die tatsächlichen Herstellungskosten nach Fertigstellung im Jahr 2016 beliefen sich aber auf 24,7 Millionen Euro. Diese erhebliche Kostensteigerung kam unter anderem durch Mehrkosten am Bauwerk, weitergehende Wünsche des Hauptamts, zusätzliche Auflagen des Denkmalschutzes,Vorbereitung eines musealen Konzepts und höhere Aufwendungen für Beratung und Sachverständige zusammen.Vor der Eröffnung rechnete die Stadt mit jährlichen Mieteinnahmen in Höhe von 214.500 Euro durch Empfänge, Ehrungen,Ausstellungen, Konzerte und sonstige Veranstaltungen; die Betriebskosten wurden nicht ermittelt, da diese weitgehend auf die Nutzer umgelegt werden sollten.

Doch nach der Einweihung im Juni 2016 musste das Stadthaus erst einmal auf seine Bestimmung warten, bis die Stadt in einer Pressemitteilung kurz vor Weihnachten verkündete:„Das Stadthaus soll ab sofort genutzt und der bisherige Leerstand somit beendet werden.“ Seit Februar 2017 übernimmt nun eine Gesellschaft die Bewirtschaftung des Stadthauses, das damit endlich für Veranstaltungen angemietet werden kann. Die Einnahmen lagen bis einschließlich Juni bei lediglich 26.000 Euro.

Nach der Kommunalwahl 2016 hatte sich die neue Koalition in Frankfurt auf eingeändertes Nutzungskonzept für das Stadthaus geeinigt. In ihrem Koalitionsvertrag legte sie fest, dass zwar der große Saal im 1. Obergeschoss als Veranstaltungsraum für die allgemeine Öffentlichkeit dienen soll, das 2. Obergeschoss aber für ein ökumenisches Kirchenmuseum umgebaut werden soll.Erst Ende Juni 2017 lag das Grobkonzept für das Kirchenmuseum vor. Die museumsbedingten Umbaukosten können nach Angaben des zuständigen Bürgermeisters und Kirchendezernenten derzeit nur geschätzt werden, sollen aber deutlich unter einer Million Euro liegen. Die Betriebskosten sollen voraussichtlich rund 250.000 Euro pro Jahr betragen.

Über mögliche Einnahmen und Besucherzahlen nach der Eröffnung im Sommer 2018 können noch keine Aussagen getroffen werden. Der Bürgermeister räumte aber ein,dass die Bedingungen für eine museale Nutzung des Stadthauses nicht ideal seien, da das Gebäude nicht von Beginn an als Museum konzipiert wurde.

 

Foto: Moritz Venner

Der Bund der Steuerzahler meint

Mehrkosten können kaum verwundern,wenn Bürgermeister sowie Baustadtrat nach der Fertigstellung eines Baus in zweistelliger Millionenhöhe erklären, dass hier ein Gebäude geplant worden ist, „ohne seine Nutzung zu bestimmen“. Auch ein Umbau ein Jahr nach Eröffnung ist keinesfalls zu rechtfertigen.

Fragen an den Autor

Autor des Artikel

Clemens Knobloch

E-Mail schreiben
Sag uns deine Meinung

Teil uns mit, was du denkst!