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Schluck – und weg!

Der „Presshai“ soll in Köln Müll schlucken – für stolze 8.000 Euro.

Was ist passiert

Schluck - und weg!

In Köln hat der „Solar-Presshai“ in diesem Sommer seinen Dienst aufgenommen. Elf dieser High-Tech-Abfallbehälter sollen zunächst für zwei Jahre an unterschiedlichen Standorten getestet werden. Doch eines ist jetzt schon klar: Kosten für Leerung und Wartung sparen diese solarbetriebenen Kölner „Haie“ nicht.

Köln. Einfache Mülleimer sind der Stadt Köln nicht mehr gut genug. Um die „Sauberkeit an hochfrequentierten Standorten zu verbessern, hat die Domstadt elf High-Tech-Mülleimer angeschafft. Der „Solar- Presshai“ kostet 8.000 Euro pro Stück und verursacht hohe Folgekosten. Der Clou am Presshai: Er drückt den eingeworfenen Abfall zusammen, verdichtet ihn dadurch und kann somit das drei- bis siebenfache seines Volumens schlucken. Betrieben wird die Presse über ein Solarmodul auf dem Abfallbehälter. Die elf Presshaie sollen zunächst für zwei Jahre an unterschiedlichen Standorten getestet werden.

Im vergangenen Jahr hat die Stadt Köln unterschiedliche Abfallbehälter getestet, um herauszufinden, ob Mülleimer mit einem größeren Volumen als die herkömmlichen 80- und 160-Liter-Modelle zu größerer Sauberkeit führen, ob sich Kosten reduzieren lassen und wie sich das Handling für Benutzer und Betreiber darstellt. Die Abfallwirtschaftsbetriebe (AWB) der Stadt Köln haben die Ergebnisse zusammengefasst und stellen fest: Die größeren Behälter müssen seltener geleert werden.

Wer hier einen Einspareffekt vermutet, wird enttäuscht. Die AWB müssen für die innovativen Müllbehälter gesonderte Touren fahren. Zudem sind die Säcke schwerer, sodass zwar weniger, aber stabilere und teurere Müllsäcke erforderlich sind. So rechnen die AWB mit Mehrkosten von rund 2.000 Euro pro Presshai-Standort im Jahr. Hinzu kommt, dass die High-Tech-Behälter höhere Wartungskosten haben. Fazit: Der Presshai frisst, finanziell gesehen, seine Vorteile selbst auf.

Und wer zahlt’s? Bis 2019 die AWB, danach werden die Kosten in die Abfallgebühren eingepreist und die Kölner Bürger zur Kasse gebeten. Dabei liegen die Abfallgebühren in der Domstadt ohnehin schon über dem Landesdurchschnitt. Dem Stadtraummanagement gefällt der Presshai aber nun mal. Und so geht der gesunde Menschenverstand, der für mehr Sauberkeit auch einfach auf mehr herkömmliche Müllbehälter setzen könnte, baden. 

Foto: Bärbel Hildebrand

Der Bund der Steuerzahler meint

Eine technische Spielerei, die die Stadt Köln sich sparen sollte. In einer Stadt, die mit millionenschweren Baukostensteigerungen auffällt, sollten sich Verwaltung und Politik über Wichtigeres den Kopf zerbrechen.

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