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1,9 Mio. Euro fast in den Sand gesetzt

Bürger stoppen Rad- und Gehweg über Sandstrand, der 1,9 Mio. Euro gekostet hätte

Was ist passiert

1,9 Mio. Euro fast in den Sand gesetzt

Hamburg. Wer in der Hansestadt wohnt und an warmen Sommertagen Abkühlung sucht, muss nicht immer bis an die Nord- oder die Ostsee fahren, schließlich gibt es auch an der Elbe mitten in Hamburg schöne Strände. Ein Teil dieser rar gesäten Naherholungsgebiete wäre jedoch fast zubetoniert worden.

Schon seit den 1990er Jahren gab es Pläne, die in Hamburg-Övelgönne bestehende rund 1 Kilometer lange Lücke im Elbe-Radweg, der von der Quelle des Stroms in Tschechien bis zur Mündung in Cuxhaven führt, zu schließen. Zwar steht dort, rund 20 Meter vom Strand entfernt, bereits ein rund 2 Meter breiter Weg zur Verfügung, dieser ist jedoch zu schmal für die gleichzeitige Nutzung durch Radfahrer und Fußgänger, sodass die Drahtesel dort geschoben werden müssen. Auch ein direkt an den Strand angrenzender Radweg konnte nicht realisiert werden, weil Privatgrundstücke teilweise bis in den Sandstrand hineinreichen und einige Eigentümer ihr Land nicht an die Stadt verkaufen wollten. Es musste also eine andere Lösung her.

Und so kam in der Politik tatsächlich die Idee auf, einen Rad- und Gehweg mitten über den Strand zu legen. In den Planungsunterlagen hieß es: „Um den Anforderungen des Fußverkehrs und des Radverkehrs gerecht zu werden, ist eine Wegbreite von 5,90  m notwendig.“ Auf diesem Weg hätten also bequem zwei Lkw nebeneinander fahren können.

Und die Kosten? Diese wurden in einer „allerersten groben Schätzung“ auf 1,9  Mio.  Euro taxiert. Da Schätzungen bei öffentlichen Bauvorhaben erfahrungsgemäß eher zu niedrig als zu hoch ausfallen, wird es bei dieser Summe wohl noch viel Luft nach oben gegeben haben. Nicht zu vergessen die Kosten, die auf den Steuerzahler nach dem Bau des Weges zugekommen wären, schließlich hätte der Weg wohl jeden Tag auf seiner gesamten Länge aufwendig vom Sand befreit werden müssen. Von der Gefahr durch Beschädigungen bei Überschwemmungen ganz zu schweigen.

Auch aufgrund dieser finanziellen Risiken hatte sich der Bund der Steuerzahler schon früh gegen die Zubetonierung dieses für eine Großstadt einzigartigen Sandstrandes ausgesprochen.

Es regte sich also Widerstand gegen das Bauvorhaben. Befürworter (Initiative „Elbstrandweg für alle!“) und Gegner (Initiative „Elbstrand retten!“) standen sich unversöhnlich gegenüber. Und so kam es am Ende zu einem Bürgerentscheid im betreffenden Bezirk Hamburg-Altona. An diesem beteiligten sich 40  Prozent der Abstimmungsberechtigten, davon stimmten rund 79  Prozent gegen den Rad- und Gehweg und somit für den Status quo in Övelgönne.

Foto: Tim Sundermann

Der Bund der Steuerzahler meint

Der Bund der Steuerzahler begrüßt die Entscheidung der Bürger, zumal 100 Meter nördlich des Strandes die Elbchaussee verläuft. Diese soll nun tatsächlich Radfahrstreifen erhalten. Das schont nicht nur den städtischen Geldbeutel, sondern auch das Strandleben in Övelgönne.

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Autor des Artikels

Christoph Metzner

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