Es ist Zeit Ihren Browser upzudaten!

Ihre Browserversion ist zu alt und wird von dieser Webseite nicht unterstützt. Es kann deshalb zu fehlerhaften Darstellungen von Inhalten kommen.

Darum sollten Sie updaten:
  • Webseiten laden schneller
  • Webseiten werden korrekt und schöner angezeigt
  • Sie surfen sicherer und sind besser gegen Phishing-Angriffe geschützt
Schließen


Besuchen Sie uns

Ein Angebot vom BDST
  • Bund
  • Kostenexplosion

Nicht geheim: BND-Zentrale deutlich teurer

BND-Neubau 50 Prozent teurer als geplant

Was ist passiert

BND-Neubau 50 Prozent teurer als geplant

Dass Geheimdienste nicht nur im Verborgenen agieren, zeigt der Neubau der BND-Zentrale in Berlin. In der Mitte der Bundeshauptstadt hat sich der Auslandsnachrichtendienst seinen neuen Dienstsitz aus 20.000 Tonnen Stahl und 135.000 Kubikmetern Beton errichten lassen. Damit ist die auffällige Geheimdienst-Zentrale das zweitgrößte Gebäude Berlins – nach dem Flughafen Tempelhof.


Auch schon während des Baus machte die neue BND-Zentrale von sich reden: Immer wieder erschütterten Skandale das Neubauprojekt. So sind beispielsweise vertrauliche Bauunterlagen abhandengekommen. Ein Millionen-Schaden entstand, als Wasserhähne entwendet und infolgedessen Teile des Neubaus geflutet wurden.


Mehr als 12 Jahre nach dem ersten Spatenstich und mit mehreren Jahren Bauverzögerung wurde die Zentrale schließlich im Februar 2019 eröffnet. Noch steht die Endabrechnung aus. Klar ist jedoch bereits heute, dass die Baukosten gegenüber der ursprünglichen Planung erheblich gestiegen sind. 2006 billigte das zuständige „Vertrauensgremium“ des Bundestags die Baumaßnahme und legte als Kostendeckel 720 Mio. Euro für den Neubau fest. Immer wieder musste das Gremium jedoch weitere Ausgaben genehmigen. Nach sechs Nachträgen lagen die Gesamtkosten für den Bau zuletzt bei 1,085 Mrd. Euro – das sind rund 50 Prozent mehr als ursprünglich geplant.


Zu den Kosten für den Neubau kommen weitere hinzu – für die Erstausstattung des Gebäudes, den Umzug und weitere Dienstleistungen. So wurden zum Beispiel rund 8,6 Mio. Euro für die Bewachung der Baustelle während der Bauzeit ausgegeben. Der Erwerb des Baugrunds vom Land Berlin – eine gute Lage in Berlin-Mitte – hat rund 66,7 Mio. Euro gekostet. Die bisher absehbaren Gesamtkosten für die Verlagerung der BND-Zentrale nach Berlin einschließlich der geplanten Verkleinerung des Standorts Pullach belaufen sich nach aktuellen Schätzungen auf 1,569 Mrd. Euro.


Ein Blick auf die Gründe für die Kostensteigerungen lässt typische Fehler erkennen, die allzu häufig beim öffentlichen Bauen gemacht werden. Der Architekt des Gebäudes räumt in einem Interview ein, dass Umplanungen wegen des Verbleibs von Teilen des BND in Pullach zu Kostensteigerungen geführt hätten. Auch der Eigentümer des Gebäudes, die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA), gibt auf Nachfrage des BdSt an, dass die Erweiterung des Bauprogramms im Zusammenhang mit einem Aus- und Fortbildungszentrum ein wesentlicher Grund für die Kostensteigerung sei. Zudem nennt sie Baukostensteigerungen, Insolvenzen und Kündigungen aufgrund von Minderleistung als weitere Gründe für die gestiegenen Kosten. Richtig ist, dass diese Faktoren nicht immer in der Hand des Bauherrn liegen. Gleichwohl muss für solche Risiken vorgesorgt werden. Fehlendes proaktives Risikomanagement ist ein weiterer Grund für Baukostensteigerungen der öffentlichen Hand, wie wir bereits im Schwerpunkt des Schwarzbuchs 2018/19 herausgearbeitet hatten. Nicht zuletzt haben auch die Verzögerungen im Baufortschritt selbst die Kosten weiter steigen lassen – ein weiterer typischer Grund für Baukostensteigerungen öffentlicher Bauten.


Neben den notwendigen Baumaßnahmen wurden für rund 1,6 Mio. Euro sieben Kunstwerke am Bau angeschafft, die das repräsentative Gebäude schmücken sollen. So fallen vor dem Gebäude zwei künstliche Palmen ins Auge. Die beiden 22 Meter hohen Kunstwerke haben zusammen 327.000 Euro gekostet. Das teuerste Kunstwerk an der neuen BND-Zentrale ist jedoch ein rostfarbener Klotz aus Stahl mit schwer definierbarer Form. Laut dem Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR) will die Skulptur „[a]ls autarkes, fremdes, unergründliches Ding […] einen subtilen Hinweis auf die Funktion des Bundesnachrichtendienstes geben: das Unbekannte aufklären und die eigenen Geheimnisse bewahren“. Das Geheimnis um die Kosten des Kunstwerks hat der BdSt durch eine Nachfrage gelüftet: 499.000 Euro hat die Skulptur den Steuerzahler gekostet.

Foto: Philipp Behm

Bild zum Fall

 

 

Der Bund der Steuerzahler meint

Auch der Neubau der BND-Zentrale zeigt: Die öffentliche Hand ist allzu oft ein schlechter Bauherr. Steuergeld wurde verschleudert, weil vermeidbare Fehler begangen wurden. Dabei sind die wiederkehrenden Fehler bekannt – auch unsere konkreten Lösungsvorschläge liegen auf dem Tisch der Politik. Es ist an der Zeit, diese konsequent umzusetzen

Fragen an den Autor

Autor des Artikels

Philipp Behm

E-Mail schreiben
Sag uns deine Meinung

Teil uns mit, was du denkst!

Kommentare (6)

  • Friedrich Vossel
    Friedrich Vossel
    vor 3 Wochen
    Kunst und Kunst am Bau !?
    Warum hat die Kunst hier keine Berechtigung,warum soll es Steuergeldverschwendung sein? Ich halte die Kunst für eine wichtige Sache in unserer Gesellschaft und wenn es keine Kritik mehr an der Kunst gibt verlieren wir alle. Kunst muss nicht gefallen , Kunst soll zum nachdenken anregen. Das Steuergelder dafür ausgegeben werden finde ich richtig!
    Bei einem Werk von Henry Moore oder oder Gerhard Richter wäre der Artikel anders ausgefallen.
    Bildhauer und Gestalter
    Friedrich Vossel
    • David Ginsbach
      David Ginsbach
      vor 1 Woche
      Ja aber doch keine 1.8 Mio Euro. und vorallem nicht für zwei hässliche, sinnfreie Edelstahlpalmen und einen Rostklumpen. Ich bitte Sie... das IST Verschwendung!
  • Harmanna Zevenberg
    Harmanna Zevenberg
    vor 4 Tagen
    Es ist anscheinend der neue Sport unserer Regierung Steuergelder zu verschleudern. Wenn ein Bauplan vorgelegt wird und es soll 1 Million kosten dieses zu errichten, dann soll derjenige die Mehrkosten tragen der das versemmelt hat und nicht der Steuerzahler. Man merkt daß die Politiker gerne großzügig sind.
    Nur bei den wichtigen Sachen wie Soziales, da werden die Herrschaften auf einmal knauserig.
  • Konrad Gersbach
    Konrad Gersbach
    vor 4 Tagen
    Wir haben in Berlin 6000 Schmiergeld - Kofferträger was kann man da erwarten ? Die Merkel stand wegen 1000 Hausausweisen Spenden -Zahlungen ,auch für Einzelne Persohnen vor Gericht .Noch ein Beispiel -Mario Barth dekt auf .Deutschland ist ein Korupter Saftladen. - Schande.
  • Norbert Dümpert
    Norbert Dümpert
    vor 4 Tagen
    Hallo, die Sache liegt doch auf der Hand: Eigenes (privat) Geld, damit wird gegnausert -- fremdes Geld sprich Steuergeld: Ist doch nicht meins - also raus damit. Es herrscht in der Politik ein Gefühl für Steuergeld - das nur noch als grausam zu bezeichnen ist. Wenn wir (Arbeiter) Murks bauen, müßen wir zahlen oder werden entlassen, in der Politik heißt es, wer am Meisten Geld zum Fenster raus wirft, wird mit einem höheren Posten belohnt. Würden Strafen für irrsinnig, mutwillig bzw. ohne jede Logik vergeudetes Steuergeld verhängt, wäre es bald vorbei mit Verschwendung.
  • Peter Osterried
    Peter Osterried
    vor 3 Tagen
    Es ist logisch, jeder öffentlicher Bau wird im Endeffekt 5 - x -mal teurer als "geplant", weil nurDilettanten am Werk sind. Es ist ja nicht deren Geld, das Milliardenfach zum Fenster hinausgeschmissen wird. Die größte Sauerei jedoch ist, daß NIE irgendein hoher Beamter oder ein Politiker dafür zur Rechenschaft gezogen wird. Vielleich würde es dann besser?

Neuen Kommentar schreiben

Die mit dem (*) gekennzeichneten Felder sind Pflichtfelder und müssen ausgefüllt werden. Der Kommentar erscheint unter Angabe Ihres Namens auf unserer Internetseite, die E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.