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Schon vor Baubeginn teurer

Baukosten für neue Fußgängerbrücke in der Europacity explodieren

Was ist passiert

Schon vor Baubeginn teurer

Nördlich des Berliner Hauptbahnhofs entsteht das neue Stadtquartier „Europacity“. Das Land Berlin hat sich vertraglich dazu verpflichtet, eine Fußgängerbrücke über den Berlin-Spandauer-Schifffahrtskanal zu errichten. Bereits vor Baubeginn zeichnet sich ab, dass die Baukosten gegenüber der ursprünglichen Kostenschätzung aus dem Wettbewerb um rund 1 Million Euro steigen werden.

Berlin. Das Gebiet nördlich des Berliner Hauptbahnhofs war jahrzehntelang ein Schon vor Baubeginn teurer „Niemandsland“ zwischen Ost und West. Heute entsteht auf dem rund 40 Hektar großen Areal mit dem neuen Quartier „Europacity“ eines der zentralen Entwicklungsgebiete der Stadt.

In einem städtebaulichen Rahmenvertrag hat sich 2011 das Land Berlin dazu verpflichtet, unter anderem eine Fuß- und Radwegbrücke über den Berlin-Spandauer-Schifffahrtskanal zu bauen. Im Jahr 2014 fand daher ein Realisierungswettbewerb für den Bau der Brücke statt. Der Sieger des Wettbewerbs wurde auch mit der weiteren Planung beauftragt. Die Stahlbrücke mit der auffällig ornamentierten Brüstung soll ab Dezember 2018 ein wichtiges Element der touristischen Infrastruktur zur Verbindung der ehemals geteilten Stadtteile Moabit und Mitte bilden. Allerdings geht der Berliner Senat mittlerweile davon aus, dass die bisher auf Basis des Wettbewerbs geschätzten Baukosten von 1.870.000 Euro nicht ausreichen werden. Bereits vor Baubeginn plant er mit Gesamtkosten von 2.889.404 Euro.

Laut Senat resultieren die Mehrkosten „ausschließlich aus technisch notwendigen Änderungen“ im Zuge des Planungsfortschritts sowie auf „Anpassungen aufgrund der aktuellen Baupreisentwicklung“. Im Rahmen der vertiefenden Planung sei lediglich der Wettbewerbsentwurf umgesetzt worden. Gegenüber dem Bedarfsprogramm gebe es „daher keine inhaltlich-konzeptionellen Abweichungen“.

Ein Bericht des Senats zeigt allerdings, dass die Kostenschätzung in den Wettbewerbsunterlagen viele Positionen offenbar nicht ausreichend berücksichtigt. So fehlte z. B. die Position Schwingungsdämpfer, weil im Wettbewerb die Schwingungsanfälligkeit nicht geprüft worden war. Der Aufwand für die architektonische Gestaltung der Treppenanlage und der Brückenwiderlager wurde nicht ausreichend berücksichtigt. Für das Stahlgeländer wurde zu wenig Material veranschlagt und der Aufwand für das Ausschneiden der Ornamente unterschätzt. Die Erhöhung der Baukosten führt wiederum zu einer Erhöhung der Kosten für Planung, Bauüberwachung und den statischen Prüfer.

Eine Erklärung für diese Arglosigkeit könnte sein, dass diese Baumaßnahme als Gemeinschaftsaufgabe zu 90 Prozent aus dem Bund-Länder-Förderprogramm „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ finanziert wird und nur zehn Prozent vom Investor getragen werden.  

Foto: Alexander Kraus

Der Bund der Steuerzahler meint

Eine vollständige Kostenschätzung im Wettbewerb hätte unter Umständen zu einer Entscheidung zugunsten einer wirtschaftlicheren Brücke geführt.

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Alexander Kraus

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