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Altes Pflanzenhaus für „Junges Gemüse“

Altes Pflanzenhaus für „Junges Gemüse“ für 1,814 Mio. Euro statt für 560.000 Euro

Was ist passiert

Altes Pflanzenhaus für „Junges Gemüse“

Saalfeld. Im April 2016 beschlossen die Stadträte von Saalfeld die Verlagerung des bisherigen Jugendzentrums von der Kleiststraße in die Orangerie. Der Umzug in eines der ältesten Pflanzenhäuser Thüringens sollte bis Ende  2017 abgeschlossen sein. Mit dieser Maßnahme sollten einerseits die Betriebskosten des Jugendzentrums verringert und andererseits der Erlös aus dem Verkauf des Objekts Kleiststraße für die Haushaltskonsolidierung der Stadt verwendet werden.

Für den Umbau und die Sanierung der maroden Orangerie sollten 334.000 Euro aus dem Kommunalinvestitionsförderprogramm des Landes Thüringen verwendet werden. Weitere 60.000  Euro aus Eigenmitteln der Stadt sowie geringe Eigenleistungen des Trägers waren dazu laut Planungsstand im April 2016 vorgesehen. Der entsprechende Stadtratsbeschluss veranschlagte im Juni 2016 bereits Kosten im Gesamtvolumen von 560.000  Euro.

Den geplanten Wiederaufbau eines abrissreifen Anbaus mit Funktionsräumen lehnte die Denkmalschutzbehörde ab. So mussten mittels einer Umplanung diese Räume zusätzlich in der Hülle der Orangerie untergebracht und eine Lüftungsanlage eingebaut werden. Als im Bauverlauf weitere statische und funktionale Schäden an dem alten Gebäude entdeckt wurden, verzögerte sich die Fertigstellung und die Kosten erhöhten sich rasant. Besonders aufwendig gestaltete sich auch die Instandsetzung der imposanten Glasfassade des ehemaligen Pflanzenhauses.

Im Juli 2018 wurden bei der feierlichen Übergabe an die neuen Nutzer die vorläufigen Gesamtkosten des Umbaus mit 1,814  Mio.  Euro veranschlagt. Das bauliche Ergebnis immerhin kann sich sehen lassen. Fachleute halten die denkmalgerechte Sanierung des geschichtsträchtigen Bauwerks für gelungen. Die zukünftige Nutzung durch das Jugendzentrum bietet vielfältige Gestaltungsspielräume. Man wird sehen, ob sich die neuen Mieter mit den Räumen hinter einer Glasfassade arrangieren und das alte Pflanzenhaus wiederbeleben werden.

Allerdings ist jetzt schon abzusehen, dass sich die ursprünglichen Ziele der Investition nicht erfüllen lassen. Nach aktueller Einschätzung der Stadt wird die ursprünglich kalkulierte Betriebskosteneinsparung wohl nicht erreicht werden. Nun hofft die Stadt auf eine 80%ige Förderung der Gesamtmaßnahme durch das Land, jetzt allerdings aus Städtebaufördermitteln. Insgesamt werden Umbau und Sanierung mehr als dreimal so teuer wie ursprünglich geplant. Den Verkauf der freigezogenen Liegenschaft in der Kleiststraße soll die Stadt nach einer aktuellen Pressemeldung für einen Kaufpreis von 253.000  Euro beabsichtigen, was Kritiker aus dem Stadtrat für deutlich zu niedrig halten. Der Beitrag zur Haushaltskonsolidierung steht somit auch infrage.

Foto: Steffen Peter

Video zum Fall

Der Bund der Steuerzahler kritisiert

Der Bund der Steuerzahler kritisiert, dass eine Denkmalsanierung ohne ausreichend fundierte Abwägungen, Voruntersuchung und -planung durchgeführt wurde. Die ursprünglichen Ziele der Stadt wurden deutlich verfehlt. 

Alternative Investitionen

Die circa eine Million Euro Mehrkosten entsprechen den geplanten Sanierungskosten der Grundschule Gorndorf.

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Autor des Artikels

Jutta Günther

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