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Viel Gegenwind für Ela-Plattform

Kritiker fordern Einsicht statt überflüssiger Aussicht für 50.000 Euro.

Was ist passiert

Viel Gegenwind für Ela-Plattform

2014 richtete der Pfingststurm Ela in Essen große Schäden an. Auch der Schellenberger Wald wurde schwer getroffen. Wo einmal ein Wald stand, blieb überwiegend Verwüstung zurück. Nun soll im Schellenberger Wald für 50.000 Euro eine Aussichtplattform errichtet werden, um an die Sturmkatastrophe zu erinnern und die Schäden sichtbar zu machen.

Essen. Die Stadt Essen ist von der Europäischen Kommission zur Grünen Hauptstadt Europas gekürt worden, und da winken für die Ela-Plattform Fördermittel in Höhe von 80 Prozent. Von einem 20 Meter langen Steg soll eine gute Sicht auf das durch Sturm Ela stark geschädigte Waldstück und auch auf den Baldeneysee möglich sein. Informationstafeln sollen den Zustand vorher und nachher dokumentieren und weitere Infos zu den Sturmschäden bieten. Auch ein Ela-Pfad soll an den Orkan erinnern.

Doch die Pläne stoßen auf heftige Kritik. Die Plattform soll in einem Landschaftsschutzgebiet errichtet werden. Die Untere Landschaftsbehörde wäre mit dem Bau einverstanden, doch der Beirat hat sich dagegen entschieden. Er befürchtet, dass an der Plattform Müll abgeladen wird und dass sie als Feierstätte missbraucht werden könnte. Der Blick in den Wald sei auch von der Straße aus möglich. Die Kosten stünden in keinem Verhältnis zum waldpädagogischen Nutzen. Ein Ela-Lehrpfad ohne Aussichtsplattform würde ausreichen.

 

 

 

 

Der Bund der Steuerzahler meint

Reine Verschwendung!

Auch der Bund der Steuerzahler NRW, als Kritiker von überflüssigen Aussichtsplattformen, -stegen und Skywalks bekannt, sieht in der Ela-Plattform reine Steuergeldverschwendung. Nur wenige Meter vom geplanten Standort der Ela-Plattform entfernt gibt es die Korteklippe, ein Aussichtspunkt, der einen grandiosen Blick auf den Baldeneysee und auch auf die Waldschäden bietet. Auch entlang vieler Wanderwege und von der Burgruine Isenburg sind Sturmschäden zu sehen und ist der Seeblick möglich. Eine teure Plattform für Klimakatastrophentouristen braucht es da nicht. 

Das Essener Bürgerbündnis und der Verkehrsclub Deutschland argumentieren ähnlich. Mittlerweile sollen viele Ratspolitiker die Ela-Plattform kritisch sehen, doch ein endgültiges Aus ist noch nicht entschieden. 

Nach Auskunft der Stadt Essen befasst sich im Februar der Fachausschuss Grün und Gruga, Umwelt und Verbraucherschutz mit dem Thema. Entscheide dieser positiv, gehe das Ganze zur endgültigen Entscheidung zur höheren Naturschutzbehörde und damit zur Bezirksregierung Düsseldorf. Soweit darf es nicht kommen. Die Botschaft aller Kritiker ist klar: Gewünscht ist Einsicht der verantwortlichen Politiker und keine überflüssige Aussicht.

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Autor des Artikel

Andrea Defeld

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