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Urwald statt Unterricht

Blaumachende Lehrerin erhält 4.500 Euro monatlich vom Staat

Aktuelle Entwicklungen

Dschungelcamp-Lehrerin soll Strafe zahlen

Es tut sich etwas in diesem skurrilen Verschwendungsfall: Gegen die Lehrerin hat das Amtsgericht Soltau einen Strafbefehl in Höhe von 7000 Euro erlassen. Die Staatsanwaltschaft Lüneburg beantragte die noch nicht rechtskräftige Geldstrafe wegen Gebrauchs eines unrichtigen Gesundheitszeugnisses. Der Vorwurf lautet, dass die Beschuldigte bei der Schulleitung ihres Gymnasiums in Soltau eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung für drei Wochen eingereicht hat, obwohl keine Erkrankung vorlag. Die Ermittlungsbehörde geht davon aus, dass die Gesundheitszeugnisse durch wahrheitswidrige Angaben der Lehrerin gegenüber ihrer Ärztin entstanden sind. Das Resultat war eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung wegen eines Erschöpfungszustands. Tatsächlich flog die Staatsbedienstete aber nach Australien, wo ihre Tochter 2016 am „Dschungelcamp“ teilnahm. Die zwischenzeitlich freigestellte Lehrerin unterrichtet derweil wieder an einer Schule. Zuvor hatte die Landesschulbehörde bereits ein Disziplinarverfahren eingeleitet, dessen Sanktionsmöglichkeiten vom Verweis über eine Kürzung der Bezüge bis zur Entfernung aus dem Beamtenverhältnis reichen. Mit einer Entscheidung ist nach Abschluss des Strafverfahrens zu rechnen.

Was ist passiert

Urwald statt Unterricht

Eine niedersächsische Gymnasiallehrerin meldet sich krank und begleitet ihre Tochter im Januar 2016 zum Dschungelcamp nach Australien. Während sich die Ermittlungen wegen unerlaubten Fernbleibens vom Unterricht hinziehen, ist die Beamtin bis auf Weiteres bei vollen Amtsbezügen vom Dienst freigestellt.

Soltau. Noch immer erregt der Dschungelcampausflug einer Soltauer Lehrerin die Gemüter. Die Gymnasiallehrerin war im Januar 2016 statt zu unterrichten für 2 Wochen nach Australien geflogen, um ihre Tochter für die Fernsehshow „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus“ zu begleiten. Für die Reise hatte die Pädagogin zunächst Sonderurlaub beantragt, der nicht genehmigt wurde. Deshalb hatte sie sich vor der Reise von zwei Ärzten krankschreiben lassen. Bei Schülern und Eltern des Soltauer Gymnasiums war die Empörung riesengroß, als sie Fotos ihrer Mathematik- und Physiklehrerin aus Australien sahen.

Nach ihrer Rückkehr nach Deutschland nahm die Pädagogin den Unterricht im Februar 2016 wieder auf, wurde aber nach einigen Tagen freigestellt. Die Landesschulbehörde eröffnete zwar ein Disziplinarverfahren, zeigte aber keinen großen Ehrgeiz, das Fehlverhalten der Lehrerin zügig zu sanktionieren. Seit Mai 2016 ermittelt zudem die Staatsanwaltschaft gegen die Lehrerin. Der Vorwurf: Gebrauch unrichtiger Gesundheitszeugnisse. Wegen der strafrechtlichen Ermittlungen ruht das Disziplinarverfahren. Ein schnelles Ende ist nicht in Sicht, obwohl die Angelegenheit alles andere als komplex ist. In der Privatwirtschaft wäre wohl in ähnlichen Fällen die fristlose Kündigung erfolgt.

Der Bund der Steuerzahler kritisiert

Bei Staatsdienern erfolgt die Freistellung vom Dienst und die Steuerzahler müssen für die Weiterzahlung der Bezüge, hier monatlich rund 4.500 Euro, aufkommen, während sich die Verfahren in die Länge ziehen.

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Autor des Artikel

Gerhard Lippert

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