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ZOB, der kleine BER

Kostenexplosion am Zentralen Omnibusbahnhof in Berlin

Was ist passiert

ZOB, der kleine BER

Der seit Juni 2016 laufende Umbau des Zentralen Omnibusbahnhofs (ZOB) am Berliner Messedamm wird für den Steuerzahler nicht nur mindestens doppelt so teuer werden, sondern auch zwei Jahre länger dauern. Schon zu Baubeginn waren die Planungen überholt und mussten geändert werden. Ob dann mit Baukosten von mindestens 29,9 Millionen Euro ein wirtschaftlicher Betrieb des ZOB überhaupt möglich sein wird, muss sich zeigen. Denn Betreiber von Fernbuslinien sind seit 2013 nicht mehr grundsätzlich verpflichtet, den ZOB anzufahren.

Der ZOB Ecke Masurenallee war 1966 eröffnet und nach Angaben des Senats seitdem lediglich provisorisch instand gesetzt worden. Infolgedessen sei der Rückstau in den vergangenen 50 Jahren derart angestiegen, dass ein akuter Handlungsbedarf bestanden habe, heißt es in dem Bericht an das Abgeordnetenhaus weiter. 2013 wurden daher die Grundinstandsetzung und Kapazitätserweiterung des ZOB entschieden. Die Kosten wurden Anfang 2015 mit 14,3 Millionen Euro veranschlagt. Eigentümer des Grundstücks ist das Land Berlin. Der ZOB wird von einer Tochtergesellschaft der Berliner Verkehrsbetriebe betrieben.

Später stellte sich heraus, dass bereits laut der ursprünglichen Planung Mehrkosten von 8,5 Millionen Euro erforderlich seien. Als Ursache hierfür wurden u.a. die aktuelle Baupreisentwicklung, Umplanungen, Provisorien und eine Erhöhung der gekürzten Baunebenkosten genannt.

Im Frühjahr 2016 wurde dann im Rahmen einer vertiefenden Planung entschieden, dass zwei der vier Gebäude nun doch nicht instandgesetzt, sondern einfach abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden sollen. Mit den neuen Bauplanungsunterlagen erhöhen sich die Gesamtkosten auf nunmehr 29,9 Millionen Euro. Immerhin verspricht sich der Senat mit dem zeitgemäßen Neubau mehr Transparenz, Übersichtlichkeit, Kundenfreundlichkeit und optimale Sichtbeziehungen. Die Gesamtfertigstellung ist nun für 2021 vorgesehen – von  2019 ist nicht mehr die Rede.

Dabei erlebte der Zentrale Omnibusbahnhof seit der Liberalisierung des Fernbusverkehrs 2013 eine wahre Renaissance. Während es 2012 nur 65.000 An- und Abfahrten gab, wuchs die Zahl 2014 – dem Jahr des Planungsstarts – bereits auf 175.000 Fahrten. 2016 mussten sogar 215.000 Busse abgefertigt werden. Der Bund der Steuerzahler meint, dass die Planer die Folgen der Gesetzesänderungen schon im Jahr 2014 hätten absehen müssen. Ein weiteres Risiko für die Wirtschaftlichkeit des ZOB besteht zudem darin, dass Betreiber von Fernbuslinien seit 2013 nicht mehr grundsätzlich verpflichtet sind, den ZOB anzufahren. Bleibt zu hoffen, dass dann wenigstens die Kapazitäten künftig ausreichen werden. Denn mit der zunehmenden Konzentration im Fernbusmarkt ist die Zahl der An- und Abfahrten 2017 wieder auf 165.000 eingebrochen. 

 

Foto: Alexander Kraus

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Alexander Kraus

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