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Aus für Luxus-Toilette von Ahrensburg

Jede Nutzung mit 30 Euro subventioniert

Aktuelle Entwicklung

Luxus-Toilette abgebaut

Mit rund 30 Euro wurde jede Nutzung eines Luxus-Klos in Ahrensburg in Schleswig-Holstein über Jahre hinweg subventioniert. Damit ist nun Schluss.

Der viel zu teure Mietvertrag wurde bereits zum Jahresende 2017 gekündigt. Jetzt wurden handfeste Fakten geschaffen: In der letzten Januarwoche 2018 kamen Bauarbeiter und trennten die Versorgungsleitungen ab. Das Klohäuschen wurde mit einem Kran auf einen Tieflader gesetzt und vom Eigentümer abgeholt.

Für diesen Abbau musste die Stadt noch einmal 8.000 Euro berappen. Angesichts der bisherigen Miet- und Wartungskosten von über 40.000 Euro im Jahr ein überschaubarer Betrag. Gut, dass jetzt ein endgültiger Schlussstrich gezogen wurde.

Was ist passiert

Toilettenvertrag gekündigt

Immer wieder mussten wir im Schwarzbuch über viel zu hohe Kosten öffentlicher Toiletten berichten. Auch in Ahrensburg wurde jede Nutzung mit mehr als 30 Euro subventioniert. Doch jetzt haben die Stadtväter einen Schlussstrich gezogen: Der viel zu teure Mietvertrag wird gekündigt.

Ahrensburg. Die öffentlichen Bedürfnisanstalten sind für viele Städte ein Problem: Vandalismus-Schäden, desolate und unhygie­nische Zustände sowie horrende Unterhaltungskosten.

Das traf auch auf die Toilettenanlage unter dem Ahrensburger Rathausplatz zu. Gleichzeitig sind für die Marktbeschicker des Wochenmarkts Toilettenanlagen vorzuhalten – und die Politik wünschte einen barrierefreien Zugang. Da kamen die Angebote von privaten Unternehmen gerade recht, die den Städten vollautomatische, behindertengerechte Toilettenanlagen mit vollem Service vermieten. So schloss auch die Stadt Ahrensburg einen Zehnjahresvertrag mit dem Anbieter JCDecaux.

Mit der Qualität ist man zufrieden, doch die Kosten sind unvorstellbar hoch: Von 2006 bis heute fielen Miet- und Wartungskosten von 430.000 Euro an, hinzu kamen Strom-, Wasser- und Abwasserkosten von 18.000 Euro. Dagegen standen Einnahmen von gerade einmal 6.500 Euro. Ein Toilettengang kostet den Benutzer 50 Cent. Mit dem Taschenrechner lässt sich also schnell ermitteln, dass damit jede Toilettenbenutzung vom Steuerzahler mit mehr als 30 Euro subventioniert wurde!

Das hat jetzt auch die Stadtverwaltung bewogen, eine fristgerechte Kündigung des Vertrags zum Jahresende vorzuschlagen. Gegen den Widerstand des Senioren- sowie Behindertenbeirats, die eine rund um die Uhr geöffnete Toilette im Zentrum forderten, stimmte der zuständige Umweltausschuss der Vorlage zu. Zumindest während der Öffnungszeiten werden gut gepflegte und teilweise auch barrierefreie Toiletten im Rathaus, in der Stadtbücherei und in einem nahegelegenen Einkaufszentrum vorgehalten. Schon mehrfach haben wir im Schwarzbuch die viel zu teuren öffentlichen Toiletten in den Kommunen Schleswig-Holsteins kritisiert und Alternativvorschläge (z. B. „Nette Toilette“) gemacht. Darum ist es gut, dass jetzt auch die Stadt Ahrensburg einen Schlussstrich unter den kostspieligen Mietvertrag zieht.

Bild:Bettina Albrod


Der Bund der Steuerzahler lobt

Die Entscheidung war richtig! Der Wunsch nach sauberen Toiletten, um die man sich nicht kümmern muss, ist verständlich – aber nicht zu jedem Preis.

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Autor des Artikel

Rainer Kersten

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