Es ist Zeit Ihren Browser upzudaten!

Ihre Browserversion ist zu alt und wird von dieser Webseite nicht unterstützt. Es kann deshalb zu fehlerhaften Darstellungen von Inhalten kommen.

Darum sollten Sie updaten:
  • Webseiten laden schneller
  • Webseiten werden korrekt und schöner angezeigt
  • Sie surfen sicherer und sind besser gegen Phishing-Angriffe geschützt
Schließen


Besuchen Sie uns

Ein Angebot vom BDST
  • Thüringen
  • Richtig skurril!

Fürsorgliche Verwaltung in Erfurt

Fürsorge-Feldtest der Stadtverwaltung Erfurt

Was ist passiert

Fürsorge-Feldtest der Stadtverwaltung Erfurt

Erfurt/Thüringen. Die Stadtverwaltung Erfurt wollte die Verkehrsführung in der Magdeburger Allee im Stadtteil Ilversgehofen neu ordnen, um den Radfahrern eine gleichberechtigte Teilnahme am Verkehr zu ermöglichen. Auch die Unfallgefahr sollte minimiert werden.

Bisher dominierten die motorisierten Fahrzeuge, denen je eine Fahr- und Parkspur auf der Fahrbahn zur Verfügungen standen. Daneben hatten die Radfahrer einen eigenen schmalen Radweg, der mit einem Baumstreifen vom Fußweg getrennt war. 

Der Plan der Stadtverwaltung: Die Fahrbahn sollte den Autofahrern und Radfahrern gleichberechtigt gehören, getrennt durch Markierungsstreifen. Angrenzend, auf dem bisherigen Radweg, sollten dann die Autos parken. Dann folgen der Baumstreifen und abschließend der Fußweg.

Da nun die Autos neben den Bäumen parken müssen und beim Öffnen der Beifahrertüren an den Schutzbügeln der Baumbereiche Schaden nehmen könnten, wollte die Verwaltung dafür sorgen, dass die Autos nicht zu nah an die Bäume heranfahren und ihre Beifahrertüren nicht im Bereich der Baumschutzbügel öffnen. So entstand die Idee, einen Abstandsstreifen mit Katzenaugen auf der Straße als „Abstandshalter“ neben den Baumbereichen anzubringen und auf Höhe der Baumschutzbügel biegsame Hartgummi-Poller einzubauen, die notfalls problemlos nachgeben und gleichzeitig die Autotüren schützen.

In der Theorie eine gute Idee. So wurde auf einem Teilabschnitt der Magdeburger Allee die Verkehrsführung tatsächlich neu geordnet. Insgesamt 52 Baumbereiche wurden mit 104 Gummipollern sowie Katzenaugenstreifen bestückt.

In der Praxis fuhren jedoch die Autofahrer mit gebührendem Abstand an die Gummipoller heran und parkten somit teilweise auf dem neuen Radweg. Dies wiederum zwang dann die Radfahrer dazu auszuweichen, was zu Konflikten mit den Autofahrern auf deren Fahrspur führte. Alle Hinweise der Stadt auf die Nachgiebigkeit der Gummipoller waren vergeblich. Im Ergebnis mussten die Gummipoller von der Parkspur weichen und näher an die Baumschutzbügel heranrücken.

Nach Umplanung und neuer Risikoanalyse wurden mit zusätzlichen 2.000 Euro für neue Bodenhülsen alle 104 Gummipoller jeweils ca. 50 cm versetzt. Die Mitarbeiter des zuständigen Fachamtes der Stadtverwaltung hätten diese Arbeiten „kostenlos“ ausgeführt, wie uns der Amtsleiter versicherte. Für eine umfassende Kosten-Rechnung fehlen hier jedoch die Kosten der neuen Planung und die Arbeitsstunden der Mitarbeiter. Daher wissen wir nicht, wie viel Steuergeld insgesamt in diese Fürsorge-Aktion der Stadtverwaltung geflossen ist. Unsere Anfragen wurden trotz mehrfacher schriftlicher und persönlicher Nachfragen nicht beantwortet. Auch hier scheint die Verwaltung fürsorglich: Die Bürger sollen sich nicht zu sehr über den Umgang mit ihrem Steuergeld aufregen.

Der Praxistest des BdSt Thüringen dokumentiert, dass die Autotüren trotz großer Fürsorge der Verwaltung nicht vollends geschützt sind. Immer noch gibt es Baumbereiche, in denen geöffnete Beifahrertüren mit den Baumschutzbügeln kollidieren. 

Foto: Wolfgang Mahrle/ Steffen Peter BdSt Thüringen e.V. 

Der Bund der Steuerzahler meint

Es stellt sich die Frage, ob wir Bürger überhaupt ein Rundum-Sorglos-Paket brauchen. Zumal wir Steuerzahler diese zweifelhaften Maßnahmen auch noch selbst zahlen.

 

Alternative Investitionen

Mit gleichem Aufwand könnte man z. B. eine Vielzahl von Schlaglöchern in der Gegend beseitigen!

Fragen an den Autor

Autor des Artikel

Steffen Peter

E-Mail schreiben