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Urwald statt Unterricht

Blaumachende Lehrerin erhält 4.500 Euro monatlich vom Staat

Aktuelle Entwicklungen

Disziplinarstrafe für „Dschungelcamp-Lehrerin“ lässt auf sich warten

Neue Querelen um die niedersächsische Gymnasiallehrerin, die ihre Tochter vor zwei Jahren zur RTL- Dschungelcamp-Show „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!“ nach Australien begleitet und sich deshalb krank gemeldet hatte. Über den Skandal schrieben wir im Schwarzbuch 2016/17: Die Beamtin war bei vollen Bezügen vom Unterricht freigestellt worden, während sich die Ermittlungen wegen unerlaubten Fernbleibens vom Unterricht hinzogen. Zwischenzeitlich wurde die Freistellung zwar gerichtlich aufgehoben, nun jedoch vom Oberverwaltungsgericht Lüneburg wiederhergestellt – bei gleichzeitig halbierten Bezügen!

Als der Bund der Steuerzahler den skandalösen Vorgang in seinem Schwarzbuch 2016 anprangerte, hagelte es öffentliche Proteste gegen die Lehrerin. Grund: Die Lehrerin erhielt während der ausgesprochenen Freistellung weiterhin volle Amtsbezüge. Als Reaktion auf die lautstarke Kritik verpflichtete die Schulbehörde die Lehrerin nach den Herbstferien 2016 wieder zum Unterricht an einer Walsroder Schule. Doch diese Verpflichtung währte nur wenige Monate. Am 10. Januar 2017 suspendierte die Behörde die Lehrerin erneut vom Dienst und kürzte ihre Dienstbezüge um die Hälfte.

Gegen diese Disziplinarmaßnahmen wehrte sich die Lehrerin gerichtlich – mit Erfolg. Im Dezember 2017, also nach fast einem Jahr, hob das Verwaltungsgericht Lüneburg sowohl die Anordnung auf Dienstenthebung als auch die Kürzung der Dienstbezüge bis zum Abschluss des Disziplinarverfahrens wieder auf. Zunächst hatte die Lehrerin somit wieder Anspruch auf ihr volles Amtsgehalt. Auf Drängen des Bundes der Steuerzahler wurde sie anschließend wieder zum Dienst an einer Schule im Heidekreis verpflichtet. Denn: Nichts wäre schlimmer gewesen als die Lehrerin erneut fürs Nichtstun bezahlen zu müssen!

Seit Anfang Februar 2018 ist die Lehrerin nun jedoch erneut freigestellt – erneut bei halbierten Bezügen. Vorausgegangen war die Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts Lüneburg, welches die Beschäftigung der Pädagogin im Schuldienst für „untragbar“ hält. Dieser Zustand dürfte nun vorerst bis zum Abschluss des Disziplinarverfahrens (voraussichtlich 28. Juni 2018) Bestand haben, das „mit überwiegender Wahrscheinlichkeit mit der Entlassung aus dem Beamtenverhältnis“ endet, so das Gericht.

Strafrechtlich wurde die Lehrerin in einem Berufungsverfahren vor dem Landgericht Lüneburg im März 2018 zu einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu je 60 Euro verurteilt– insgesamt also 5.400 Euro. Somit reduzierte das Landgericht die ein Jahr zuvor vom Amtsgericht Soltau verhängte Geldstrafe von 9.800 Euro deutlich.

Was ist passiert

Urwald statt Unterricht

Eine niedersächsische Gymnasiallehrerin meldet sich krank und begleitet ihre Tochter im Januar 2016 zum Dschungelcamp nach Australien. Während sich die Ermittlungen wegen unerlaubten Fernbleibens vom Unterricht hinziehen, ist die Beamtin bis auf Weiteres bei vollen Amtsbezügen vom Dienst freigestellt.

Soltau. Noch immer erregt der Dschungelcampausflug einer Soltauer Lehrerin die Gemüter. Die Gymnasiallehrerin war im Januar 2016 statt zu unterrichten für 2 Wochen nach Australien geflogen, um ihre Tochter für die Fernsehshow „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus“ zu begleiten. Für die Reise hatte die Pädagogin zunächst Sonderurlaub beantragt, der nicht genehmigt wurde. Deshalb hatte sie sich vor der Reise von zwei Ärzten krankschreiben lassen. Bei Schülern und Eltern des Soltauer Gymnasiums war die Empörung riesengroß, als sie Fotos ihrer Mathematik- und Physiklehrerin aus Australien sahen.

Nach ihrer Rückkehr nach Deutschland nahm die Pädagogin den Unterricht im Februar 2016 wieder auf, wurde aber nach einigen Tagen freigestellt. Die Landesschulbehörde eröffnete zwar ein Disziplinarverfahren, zeigte aber keinen großen Ehrgeiz, das Fehlverhalten der Lehrerin zügig zu sanktionieren. Seit Mai 2016 ermittelt zudem die Staatsanwaltschaft gegen die Lehrerin. Der Vorwurf: Gebrauch unrichtiger Gesundheitszeugnisse. Wegen der strafrechtlichen Ermittlungen ruht das Disziplinarverfahren. Ein schnelles Ende ist nicht in Sicht, obwohl die Angelegenheit alles andere als komplex ist. In der Privatwirtschaft wäre wohl in ähnlichen Fällen die fristlose Kündigung erfolgt.

Der Bund der Steuerzahler meint

In der Privatwirtschaft wäre in ähnlichen Fällen wohl schon vor zwei Jahren die fristlose Kündigung erfolgt. Im Staatsdienst gelten scheinbar andere Gesetze.

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Autor des Artikel

Jan Vermöhlen

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